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Verfahren der Essigbereitung
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Offenes Gärverfahren Rundpumpverfahren
Dabei wird der Essig entweder über Späne, Maisspindeln oder
Holzgitter im Kreis gepumpt. Es erfolgt eine Belüftung durch das Pumpen. Dieser
Essig kann teilweise den gesetzlichen Wert erreichen. Meist weist er allerdings
einen relativ hohen Anteil an Ester (ein Geruch nach Klebstoff) auf.
Gleichzeitig besteht durch die Verwendung des Fesselmaterials eine hohe Gefahr
an Fremdpilzen im fertigen Produkt. Wenn die Flüssigkeit zusätzlich noch belüftet wird, so spricht man vom verbesserten Rundpumpverfahren.
Submersgärverfahren
Submersgärverfahren arbeiten mit einem in Schwebe halten der
Bakterien und einer ständig gesteuerten Belüftung. Dadurch ist die
Temperaturregelung und die totale Steuerung der Essigproduktion möglich, ohne
dass eine Essigmutter entsteht. Je nach Belüftungssystem wird zwischen Großanlagen und Kleinanlagen unterschieden. Großanlagen belüften über eine Turbine, sind deutlich schneller, zerstören jedoch einiges an Aroma, so dass dieses Verfahren hauptsächlich bei Industrieanlagen Anwendung findet.
Kleinanlagen belüften über Venturisysteme mit Luftzerkleinerungssystemen, benötigen daher etwas länger, die Aromaausbeute ist aber perfekt. Insgesamt kann bei beiden Produktionsweisen von einer Umwandlungsdauer zwischen 30 und 60 Stunden ausgegangen werden. Submersverfahren sind der Stand der Technik und aus einem modernen Essigproduktionsbetrieb nicht mehr wegzudenken.
Balsamessigverfahren
Als Königsklasse der Essigherstellung wird immer wieder der
sehr teuer gehandelte Balsamessig bezeichnet. Traditioneller Balsamessig ist ein im offenen Gärverfahren
über mehrere Jahre hingweg produzierter Essig, dessen Grundwein während der
stürmischen Gärung um mindestens 1/3 seines Volumens eingedickt wird. Dieser
eingedickte Sturm wird dann in einem Eichenholzfaß in einem warmen Raum der
alkoholischen und Essigsäuregärung unterzogen. Durch den Verlust an Volumen im
Holzfaß dickt sich der Essig weiter ein. Nach etwa einem Jahr werden nun 2/3
des Essigs in ein nächstes kleineres Holzfaß (zumeist Kastanie) umgefüllt. Der
Rest verbleibt als Startkultur für die nächste Füllung im großen Faß. Dies geht
etwa 5 Jahre bis der erste Balsam fertig ist. Die dabei verwendeten Holzarten
sind neben Kastanie Kirsche und Maulbeere, um einen weiteren Charakter in diesem
beinahe schwarzen, dickflüssigen Essig zu bekommen. Balsamessig zeichnet sich durch sein süßliches, schweres
Aroma aus. Mehr zu den einzelnen Herstellungsverfahren siehe unter Balsamessig. | |